Schmidt, Friedrich von (Hrsg.). König Wilhelm von Württemberg in seinen ländlichen Beschäftigungen.

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Schmidt, Friedrich von (Hrsg.). König Wilhelm von Württemberg in seinen ländlichen Beschäftigungen. Mit Illustrationen in Farblithographie und Holzschnitt nach Julius Schnorr und dem Tiermaler Anton Braith, unter technischer und künstlerischer Leitung des Ersteren.

Stuttgart, Ebner & Seubert, 1865. 2° (43 x 30,5 cm). (2) leere Bl., (2) Bl. lithographierter Titel, 40 S., mit 12 Holzschnitt-Textillustrationen (1 farbig), 13 Bl. farblithographierte Tafeln jeweils mit Seidenpapier geschützt. Dreiseitiger Goldschnitt. Originales, blindgeprägtes Kalbsleder mit 8 aufmontierten erhabenen Messingrosetten (Durchmesser ca. 25 mm, Höhe ca. 5 mm), einem zentralen Porträtmedaillon (Durchmesser ca. 60 mm) mit dem Portrait Wilhelms von Württemberg auf dem Vorderdeckel und blindgeprägtem Wappen von Württemberg auf dem Hinterdeckel.

Kommentar

Zustand: Durchgehend etwas stockfleckig.

Besonderheiten und Provenienz: Mit handschriftlicher Widmung des Verlegers Albert Ebner (1837-1871) an den Illustrator Julius Schnorr (1794-1872) signiert und datiert (Stuttg. 5. Octbr. 1865).

Bibliographische Nachweise: Heyd 2773.

Inhalt und Einordnung: Der großformatige, auf allerhöchsten Befehl herausgegebene Band dokumentiert die ländlichen Unternehmungen König Wilhelms I. von Württemberg auf den Gebieten Landwirtschaft, Viehzucht, Gestütswesen und Gartenbau. Im Mittelpunkt stehen die königlichen Gestüte Scharnhausen, Klein-Hohenheim und Weil sowie die Meiereien bei Schloss Monrepos, Rosenstein und im Favorite-Park. Die königlich württembergischen Gestüte wurden von 1852 bis 1871 von Baron Julius von Hügel (1810-1884) geleitet. Weitere Tafeln zeigen Schloss und Park Rosenstein sowie Anlagen der Wilhelma. Die Darstellungen verbinden Landschafts- und Architekturansichten mit sorgfältig ausgeführter Pferde-, Rinder-, Schaf- und Ziegenstaffage. Das Werk entstand in einer Zeit, in der die württembergische Hofhaltung ihre landwirtschaftlichen und züchterischen Einrichtungen auch als sichtbaren Ausdruck moderner Landespflege verstand. Die Gestüte und Meiereien erscheinen nicht nur als wirtschaftliche Betriebe, sondern als planvoll gestaltete Anlagen zwischen Tierzucht, Gartenkunst, Architektur und Repräsentation. Der arabische Hengst Bairakhtar wird im Text ausdrücklich behandelt; die Pferdezucht nimmt innerhalb der Darstellung einen besonderen Platz ein. Die Illustrationen beruhen auf Aufnahmen von Julius Schnorr und dem Tiermaler Anton Braith. Schnorr übernahm zugleich die technische und künstlerische Leitung des aufwendig ausgestatteten Bandes. Braith, der vor allem für seine Tierdarstellungen bekannt wurde, prägte die Tafeln durch die genaue Beobachtung der Tiere und ihre Einbindung in die jeweiligen Gestüts- und Meiereilandschaften. Das vorliegende Exemplar erhält durch die handschriftliche Widmung des Verlegers Albert Ebner an Julius Schnorr vom 5. Oktober 1865 einen unmittelbaren Bezug zur Entstehungsgeschichte des Werkes. Die Widmung verbindet Verleger und künstlerischen Leiter eines repräsentativen württembergischen Prachtbandes, der zugleich als Dokument der königlichen Landwirtschafts-, Gestüts- und Gartenanlagen der Mitte des 19. Jahrhunderts gelesen werden kann.

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